Im Propheten-Buch Jesaja (Jes 35,4-7a) hören wir, wie Jesaja dem Volk nach der Erfahrung der Zerstörung Jerusalems (586 vor Christus) und der Verbannung, Mut und Zuversicht im Namen Gottes zusagt: Seid stark, fürchtet euch nicht, schaut auf euren Gott! Jesaja ermutigt die Menschen zu einem Neuanfang. Auch wir kennen „Momente“ der Zerstörung und der Mutlosigkeit in unserem Leben! Gottes Zu-Sagen gelten zu jeder Zeit!
Jakobus, der Herrenbruder (=ein enger Verwandter Jesu), schreibt in seinem Brief (Jak 2,1-5) den Christen, dass sie am Glauben festhalten sollen und jeder Mensch soll gleichbehandelt werden. Er führt ein praktisches Beispiel an zwischen einem Reichen und einem Armen, welchen Platz wird man ihnen zuweisen? Bei den Christen sitzen die Armen neben den Reichen, auf Augen- und Herzenshöhe, es gibt vor Gott keinen Unterschied, vor IHM sind ALLE GLEICH!
Markus der Evangelist (Mk 7,31-37) berichtet uns über die „Heilungssehnsucht“ vieler Menschen im Gebiet der Dekapolis. Es wird uns von einem Taubstummen berichtet der zu Jesus gebracht wurde. Jesus sagte zu ihm: EFFATA! = Öffne dich! „Sogleich“ so hält es Markus fest, konnte der Mann hören und sprechen! Ein Wunder! Dieses Wort „Effata!“ hat man in der Taufe, im Namen Jesu, auch zu uns gesagt: OFFEN SOLLEN WIR SEIN für das Wort Gottes, es hören, bedenken, meditieren! Und wir sollen es mit unseren Worten und unserem Leben verkünden, weiterzählen, was wir vom Evangelium Jesu verstanden haben! Beten wir für uns selbst und für unsere Gesellschaft, für unsere Kirche um mehr OFFENHEIT & AKTIVE NÄCHSTENLIEBE im Sinne Jesu!
Foto: Jesus, der Auferstandene, Pfaffenwinkel, Bayern, M.S.
Effata! Öffne dich!
Spricht Jesus zu den Kranken,
die sich in ihrer Not
ihm anvertrauen.
Effata! Öffne dich!
Spricht er auch
in unsere Zeit hinein,
in mein und unser Leben.
In meiner Not,
in meinen Begrenzungen
komme ich zu ihm
und vertraue mich ihm an.
Er macht mir Mut,
mich zu öffnen,
für seine Botschaft
und seine Liebe.
So wird mein Leben offen und weit
ich überwinde manche Grenze
und kann in dieser Weite
so manche bleibende Enge leichter tragen.
Reinhard Röhrner