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25. Sonntag im Jahreskreis: Groß-Sein!

Das Buch der Weisheit (Weish 2,1a.12.17-20) denkt mit uns über die großen Fragen des Lebens (und Glaubens) nach. Ein großes Thema im Weisheitsbuch ist das Leben der „Gerechten“. Dem von Herzen gerechten Menschen, tut die Ungerechtigkeit die er sieht und erlebt weh! Die Ungerechtigkeit schmerzt ihn. Wie geht es uns mit ungerechten Strukturen, wenn uns Ungerechtigkeit widerfährt? Wir Christen finden die Weisheit in Jesus Christus, dem -wirklichen- Sohn Gottes!

Der Jakobus-Brief (Jak 3,16-4,3) stellt für die zerstreuten „Diaspora-Christen“ klar, dass Eifersucht und Streit nur eines bringen: Unordnung und böse Taten aller Art. Der ‚weise‘ Mensch (vgl. 1. Lesung) wird die Gerechtigkeit hochhalten, die Frucht wird der Friede sein. Die Anfrage des Jakobus ist immer aktuell: Woher kommen die Kriege und die Streitigkeiten bei euch? Für den „Herrnbruder“, den Verwandten Jesu namens Jakobus ist klar: Nur der FRIEDE schenkt ZUKUNFT!

Im Markus-Evangelium (Mk 9,30-37) hören wir, wie Jesus sehr behutsam seine Jünger und Apostel auf seinen Leidensweg und seine Auferstehung schrittweise, im wahrsten Sinn des Wortes, im gemeinsamen unterwegs-sein vorbereitet. Sie hören ihm aber gar nicht richtig zu, in ihren Herzen haben sie die Frage, WER unter ihnen der GRÖSSTE sei? (Sehr menschlich!) Jesus, ein Meister der Gesten, stellt ein kleines KIND in ihre Mitte und sagt ihnen damit: BEI GOTT sind die KLEINSTEN die GRÖSSTEN, denn die LIEBE GOTTES „ver-größert“ die Bescheidenen und Vertrauenden! Das hat gesessen, damals und heute! Verachten wir das Kleine nicht! Dienen, dienen, dienen – ist unsere Berufung!

Foto: Kreuz, Gerhard Geisberger, vielen Dank für deine schönen Fotos!

Zum Nachdenken ein Text von Reinhard Röhner:

Wir möchten nicht viel
und doch eine ganze Menge.

Wir wollen ernst und wahr genommen werden,
wir möchten um unserer selbst willen
angenommen und geschätzt werden.

Dabei lassen wir oft nicht vieles unversucht,
verbiegen uns, verraten uns manchmal selber,
dabei gibt es nur einen Weg:

Den Weg der Liebe und des Dienens,
Jesus hat es uns vorgelebt,
wo es uns gelingt aus dieser Liebe
heraus unseren Dienst an und ernst zu nehmen,
spüren wir,
wie er selbst uns
annimmt,
ernstnimmt
und liebt.

Reinhard Röhrner