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31. Sonntag im Jahreskreis: Hin-Hören!

In Buch Deuteronomium (Dtn 6,2-26) hören wir das wichtigste Gebet des Judentums, vergleichbar dem christlichen „Vater-Unser“. HÖRE ISRAEL, der Herr, dein Gott ist der einzige. Du sollst ihn lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele, mit ganzer Kraft. Diese Worte sollen in deinem Herzen geschrieben stehen. Das sind starke Worte! Eine großartige Zusage Gottes, verbunden mit klaren Aufgaben! Dreimal am Tag, in der Früh, zu Mittag und am Abend betet der Jude, die Jüdin, dieses „Höre Israel!“. Auch Jesus war ein Jude! Es war auch sein Gebet! Was steht in deinem Herzen geschrieben?

Im Hebräerbrief (Hebr 7,23-28) eines anonymen Verfassers, später dem Hl. Paulus „zugeordnet“, wird uns Jesus als der einzige und wahre Hohepriester Gottes vorgestellt. Als Hohepriester ist Jesus Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, der einzige „(Ver-)Mittler“ zwischen Gott und den Menschen! Er hat alle Sünde der Welt am Kreuz gesühnt! (Sühne = Wiedergutmachung) Im Lied „Heiliges Kreuz“ (GL 823) singen wir: Präg uns seine Liebe ein!

Im Markus-Evangelium (Mk 12,28b-34) wird Jesus von einem Schriftgelehrten nach dem wichtigsten Gebot Gottes gefragt. Jesus antwortet mit dem „Höre Israel“, so wie wir es in der 1. Lesung gehört haben. Jesus fügt aber noch die Nächsten- und Selbstliebe dazu! (Achtung: Selbstliebe ist nicht Egoismus!) Dieser „Dreiklang“: Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe ist uns als Christen aufgetragen, in diese bedingungslose Liebe Gottes wurden wir alle „hineingetauft“! 

Foto: abendliche Stimmung in der Zwettler Propstei-Kirche, 2024, Herbert Weilguny

Unruhestifter zurechtweisen,
Kleinmütige trösten,
sich der Schwachen annehmen,
Gegner widerlegen,
sich vor Nachstellern hüten,
Ungebildete lehren,
Träge wachrütteln,
Händelsucher zurückhalten,
Eingebildeten den rechten Platz anweisen,
Streitende besänftigen,
Armen helfen,
Unterdrückte befreien,
Gute ermutigen,
Böse ertragen
und – ach –
alle lieben.

Aurelius Augustinus (354-430), Bischof von Hippo in Nordafrika