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2. Sonntag im Jahreskreis: Wo wohnst du?

Der „Tempel-Ministrant“ Samuel hört in der Nacht eine Stimme. Der Bub glaubt, Eli der alte Priester, ruft ihn. Mehrmals hört er einen Ruf! Nicht Tempelpriester Eli ruft Samuel, sondern Gott, der HERR höchstpersönlich. Das erste Buch Samuel (1 Sam 3,3b-10.19) im Alten Testament erzählt uns eine ganz besondere Berufungs-Geschichte! Eli, selbst alt und blind, aber weise an Lebenserfahrung, hilft dem jungen Samuel auf die Stimme Gottes zu hören! Wo hörst du die Stimme Gottes? Wie könnten wir einander helfen, mit unseren Lebens- und Glaubenserfahrungen, besser auf die Stimme des HERRN zu hören?

Die ersten Christen in der Hafenstadt Korinth erfahren das Lebensgefühl: „Alles ist mir erlaubt!“. Dagegen schreibt Paulus (1 Kor 6,13c-15a.17-20) in seinem Brief. Natürlich ist der Christ in seinem Handeln frei, aber die Entscheidung zu Jesus gehören zu wollen, hat Konsequenzen, schädliches Verhalten zurückzuweisen. Auch in dieser Bibelstelle geht es um „Berufung“, wer sich zu einem Leben mit Jesus berufen fühlt, der lebt und handelt anders als die Anderen – aus Liebe!

Wer sich in die Nachfolge rufen lässt, der muss sich zuerst mit dem vertraut machen, der ihn beruft! Das Johannes-Evangelium (Joh 1-35-42) erzählt uns von der wichtigen Frage der ersten Jünger: „Meister, WO wohnst du?“. „Kommt und seht!“, die kurze und klare Einladung Jesu. Sich mit Jesus vertraut machen, dass ist unsere Aufgabe der wir jeden Sonntag nachkommen, wenn wir uns gemeinsam zur Hl. Eucharistie versammeln! Spüren meine Mitmenschen, dass ich bei Jesus war?

Foto: Mesner Martin Burger, Großglobnitz, 2024

Jesus entdecken – aufmerksam werden

staunen wie ein Kind – mit ihm gehen,

hören, was er sagt – sehen, was er tut,

wissen wollen, wo er wohnt – sich treffen lassen,

eine Geschichte mit ihm haben – mit seinen Augen sehen,

mit seinen Ohren hören – mit seinen Worten beten,

merken, wie Angst schwindet, spüren, wie Vertrauen wächst,

ansteckend glauben lernen, erleben – dass Hoffnung trägt,

sich lieben lassen – und – wieder lieben.              Eleonore Beck