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30. Sonntag im Jahreskreis: Durch-Blick!

Der Prophet Jeremia (Jer 31,7-9) prophezeit dem Volk eine freuden-volle Zeit, eine Zeit der Rettung, eine Zeit der „Heimbringung“, der Heimkehr. Wie sehnsüchtig erwartet das enttäuschte Volk das Rettungshandeln Gottes, ihres HERRN! Gott hat ALLE im Blick: alle Enden der Erde, die Blinden und Lahmen, die Schwangeren und die Frauen im Wochenbett, alle die sein Erbarmen benötigen. Der Kirche sind auch heute noch ALLE Menschen aufgetragen, es ist für Gott zuwenig, nur einen „heiligen Rest“ in unseren Kirchen und Pfarrgemeinden „zu(ver)sammeln“. Gottes Heilshandeln ist universal!

Der Völkerapostel Paulus schreibt den Hebräern (Hebr 5,1-6), stellt seiner Christengemeinde die Schwachheit Christi als Vorzug des mitfühlendes Hohenpriesters Jesu vor! Als ewiger Hohepriester ist Jesus selbst das große Erlösungsopfer, das der Menschheit das ewige Leben bei Gott erwirkt! Dieses Opfer kann nur die wahre LIEBE verstehen! Auch wir kennen Schwachheit in unserem Leben, wir wissen um unsere Schwächen und Beschränktheit! Jesus hebt alles lieb-lose in uns durch sein Liebes-Opfer auf!

Der Evangelist Markus (Mk 10,46b-52) erzählt uns heute von einer Begegnung Jesu mit einem Blinden in der Stadt Jericho (=Stadt des Mondes). Sogar den Namen des Blinden kennen wir: BARTIMÄUS (Sohn des Timäus = „der Geehrte“). Bartimäus schrie sich die Seele aus dem Leib, um von Jesus nicht über-sehen zu werden! Auf die Frage Jesu, was er ihm tun soll, gibt der Blinde zur Antwort: Meister, ich möchte wieder SEHEN KÖNNEN! Der Glaube, so hält Jesus fest, ist der Grund seiner Errettung/Heilung! Und es heißt: Und er folgte Jesus auf seinem Weg nach. Auch in unserem Leben gibt es „blinde Flecken“. Gott möge auch UNS heilen! Lieber Gott, hab auch Erbarmen mit uns!

Foto: Hand in Hand mit Jesus, M.S.

Meditation
Ein Mensch, blind für die Welt,
aber voller Hoffnung.
Menschen wie er sehen weiter,
weil sie aus der Hoffnung leben.
Ein Mensch, blind für die Welt,
aber voller Sehnsucht.
Menschen wie er sehen klarer,
weil sie aus der Sehnsucht handeln.
Ein Menschen, blind für die Welt,
aber voller Liebe.
Menschen wie er sehen tiefer,
weil sie aus der Liebe leben.
Ein Menschen, blind für die Welt,
aber voller Glauben.
Menschen wie er
sehen alles in einem anderen Licht,
weil sie aus dem Glauben leben.
(Reinhard Röhrner – Danke für Ihre sehr berührenden Meditationen!)